Barrierefreiheit

Barrierefreiheit sollte eigentlich selbstverständlich sein. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff und was bedeutet das für die Gestaltung von Medien im R+V-Design?

Barrierefreiheit im Allgemeinen bedeutet, dass Angebote, Anwendungen und Dienste der Informationstechnik barrierefrei zu gestalten sind. Das heißt, dass sie auch für Menschen mit Behinderungen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein müssen.

Diese vier Eigenschaften sind nicht nur gesetzlich festgehalten und vorgeschrieben, sondern stellen auch die Grundprinzipien dar, die den WCAG (Web Content Accessability Guidelines) zugrunde liegen.

Die vier Prinzipien der WCAG
Bedienbarkeit, wahrnehmbarkeit, verständlichkeit und Robustheit

 

Damit alle Nutzenden mit IT-Lösungen interagieren können, müssen diese auch für Menschen mit Behinderungen bedienbar sein.

 

Dazu gehören unter anderem:

  • Die Tastaturbedienbarkeit, auf die insbesondere Menschen mit motorischer Beeinträchtigung oder Blindheit angewiesen sind.
  • Zeitbegrenzungen für einzelne Interaktionsschritte müssen für alle Menschen ausreichend bemessen sein.
  • Auf Blinken und Blitzen wird verzichtet, um bei Menschen mit Epilepsie Anfälle zu vermeiden.
  • Die Orientierung wird über eindeutige und klare Linktexte und über verschiedene Navigationswege unterstützt.
  • Für Zeigergesten oder komplexe Gesten gibt es Alternativen.

 

 

Durch das Prinzip der Wahrnehmbarkeit soll sichergestellt werden, dass Funktionen und Informationen so präsentiert werden, dass sie von allen Nutzenden überhaupt bemerkt werden können.

Wichtig ist hier das sogenannte Zwei-Kanal-Prinzip. Das bedeutet, dass Informationen über zwei unterschiedliche Sinneskanäle wahrgenommen werden können.

 

Vereinfacht kann man daher sagen:

  • Alle Informationen, die sehend erfasst werden können, auch hörbar machen.
  • Alle Informationen, die hörend erfasst werden können, auch sichtbar machen.
  • Informationen nicht nur über Farben transportieren, zum Ausgleich von Farbblindheit.

 

Wenn möglich Informationen auch taktil unterstützen/wiedergeben.

In der Praxis heißt das unter anderem:

  • dass alle Bilder und Grafiken mit Alternativtexten versehen werden,
  • dass die Dauer bei zeitgesteuerten Medien veränderbar ist,
  • dass Textgrößen anpassbar sind,
  • dass der Kontrast für Vorder- und Hintergrund ausreichend ist oder Vorder- und Hintergrundgeräusche unterscheidbar sind oder
  • dass Videos mit Untertiteln angeboten werden.

 

 

Das Prinzip der Verständlichkeit ist auch außerhalb des Kontextes der IT-Barrierefreiheit nicht zu unterschätzen. Die Inhalte sollten für das größtmögliche Publikum gut lesbar und verständlich sein. Und zwar auch dann, wenn sie laut vorgelesen werden.

Daher ist es wichtig, eine möglichst klare und einfache Sprache zu verwenden und bei Bedarf Erläuterungen zu Fachbegriffen, ungewöhnlichen Ausdrücken oder Abkürzungen bereitzustellen, sodass fachfremde Personen, Menschen mit einer anderen Muttersprache oder kognitiv beeinträchtigte Menschen die Inhalte gut verstehen können.

Zum Prinzip der Verständlichkeit gehören auch eine intuitive der Benutzeroberfläche mit einer konsistenten Darstellung und Navigation sowie eine Unterstützung darin, Eingabefehler zu vermeiden.

 

 

Die Robustheit bedeutet eine hohe Kompatibilität der bereitgestellten Inhalte mit den genutzten Benutzeragenten (insbesondere dem Webbrowser) und assistiven Technologien (insbesondere einem Screenreader). Das heißt, dass bei der Bereitstellung der Inhalte Standards (korrekte Syntax, einheitliche Nutzung von HTML usw.) eingehalten werden müssen.

 

High Contrast: Herausforderung für farbige Elemente im R+V-Farbspektrum

Die Anforderungen der aktuellen WCAG in Bezug auf Kontraste haben sich zugunsten der Barrierefreiheit deutlich verschärft.

Farbkontraste haben einen ganz wesentlichen Einfluss auf die grundsätzliche Wahrnehmbarkeit und Lesbarkeit aller Inhalte. Ob Logo, Fließtext, Navigation, Button oder Grafik, auch für Menschen mit Beeinträchtigungen müssen Inhalte und Funktionen bestmöglich wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sein.

Das Farbspektrum wurde dahingehend angepasst. Weitere Informationen folgen im Abschnitt Farbe und Kontrast.

Die WCAG unterscheiden hier zwischen Elementen, die für den Inhalt und Nutzung unverzichtbar sind, und Elementen, die den Inhalt nur dekorativ ergänzen.

High Contrast: Herausforderung für farbige Elemente im R+V-Farbspektrum

Bei der R+V müssen wir zukünftig die Anforderungen der WCAG Stufe AA und teilweise auch der Stufe AAA erfüllen. Mit dieser Änderung hin zu sehr viel höheren Kontrastwerten sind viele, einst mögliche, Farbkombinationen weggefallen.

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Farbe und Kontrast

Farbe und Kontrast

Farbe und Kontrast spielen eine entscheidende Rolle in der visuellen Wahrnehmung. Farbe ermöglicht es uns, Objekte zu identifizieren, ihnen Bedeutung zuzuordnen und Emotionen auszudrücken. Kontrast hingegen definiert die Unterschiede zwischen Objekten und ermöglicht es uns, wichtige Details wahrzunehmen. Zusammen schaffen Farbe und Kontrast eine visuelle Hierarchie, die unsere Aufmerksamkeit lenkt und unsere Wahrnehmung beeinflusst. Ein bewusster Einsatz von Farbe und Kontrast ist daher entscheidend, um eine effektive visuelle Kommunikation zu erreichen.

Umstellung der R+V-Farben auf die neuen Kontrastvorgaben der WCAG zur Sicherstellung der Barrierefreiheit
Umstellung der R+V-Farben auf die neuen Kontrastvorgaben der WCAG zur Sicherstellung der Barrierefreiheit

Wie man ganz links sieht, sind die Kontrastvorgaben der WCAG an bestimmte Helligkeits-Werte geknüpft.

Dunkle Farben, wie das R+V-Dunkelblau, werden auf dunklen Hintergründen logischerweise invertiert dargestellt, also in einer hellen Farbe. Damit alle Standard-R+V-Farben diesen "Switch" von hell nach dunkel und andersherum leisten können, wurden die vorhandenen Farben auf eine Skala gelegt und neu definiert. Die Skalen kommen vollumfänglich nur in den festgelegten Zuständen der UI-Elemente zum Einsatz. Sie erklären hier nur die grundsätzliche Veränderung im allgemeinen R+V-Farbspektrum.

Das R+V-Dunkelblau wurde natürlich nicht verändert. Aber am Beispiel der Orangetöne sieht man, dass die Standard-Orangetöne sich auf der neuen Skala in leicht veränderter Form wiederfinden und so heller und dunkler ausgespielt werden können. Außerdem erfüllen sie den erforderlichen Kontrast von 3:1 gemäß AA-Vorgaben der WCAG.

 Übersicht der Neudefinitionen über das gesamte Farbspektrum der R+V.

Übersicht der Neudefinitionen über das gesamte Farbspektrum der R+V.

An den verfügbaren Grundfarben für die Gestaltung ändert sich nichts, aber die einzelnen Farbwerte wurden zugunsten eines möglichst markentreuen, digitalen Systems angepasst!

So ist es zukünftig möglich, die Standard-Farbgebung automatisiert in helle oder dunkle Modi zu überführen und die notwendigen Kontrastanforderungen der WCAG für die Barrierefreiheit zu erfüllen.

Die angepassten Farbwerte und zugelassenen Primär- sowie Sekundärfarben finden sich im Kapitel Farben.

High Contrast: Kontrastvorgaben für informationstragende Elemente

Immer bedenken: Farbe wird nicht als einziges visuelles Mittel benutzt, um Informationen zu vermitteln, eine Handlung zu kennzeichnen, eine Reaktion zu veranlassen oder ein visuelles Element zu unterscheiden.

Informationstragende Elemente: Typographie, Abbildung von Text, für sich stehende Icons

In den folgenden Abschnitten werden die drei Kategorien informationstragender Elemente genauer betrachtet und der Einsatz von Farbe erläutert.

Die wichtigsten Take-aways

 

Als informationstragendes Element ist der Standard-Button im User-Interface eines der wichtigsten Elemente und muss einen Kontrast von 4,5 zu 1 erfüllen.

Der Mintton für den Stand auf R+V-Dunkelblau ist deshalb etwas heller geworden und der Button für den Stand auf hellen Hintergründen ist deutlich dunkler geworden.

Buttons und Interaktionselemente

 

Texte sind natürliche, informationstragende Elemente und müssen immer den maximal möglichen Kontrast erfüllen. Das Orange hat zudem eine markenprägende Funktion und muss für den Einsatz zukünftig angepasste, feste Werte für Farbe, Größe und Schriftschnitt erfüllen.

Oranger Text nur noch in Headlines

Zur Sicherstellung der erforderlichen Kontraste für die WCAG-Konformität gibt es geeignete Tools zum Kontrast-Check.

Eine kostenlose Variante ist der Kontrastprüfung von Adobe. 

Kategorie 1: Text

Kategorie 1: Text

Kategorie 1: Text

In unserer digitalen Welt, in der Bilder, Videos und Grafiken allgegenwärtig sind, ist es leicht, den Einfluss von geschriebenem Text zu übersehen. Doch Texte spielen eine entscheidende Rolle als informationstragendes Element:


Sie dienen dazu, Informationen in einer klaren und präzisen Weise zu kommunizieren. Durch die richtige Auswahl von Worten und die Strukturierung von Sätzen und Absätzen können komplexe Informationen verständlich gemacht werden. Ein sorgfältig aufgebauter Text erleichtert es der Leserschaft die Aussagen zu erfassen und das Wesentliche zu verstehen.

Texte sind das beste und einfachste Mittel für die Möglichkeit einer allgemeinen Sprachausgabe. So kann man die Inhalte, die digital in Form von Text sichtbar sind, im Sinne des Zwei-Kanal-Prinzips für Menschen mit Sehbehinderungen zugänglich machen. Barrierefreie Sprachausgabe ermöglicht es, geschriebene Inhalte in Hörform umzuwandeln und so den Zugang zu Informationen zu erleichtern.

Die wichtigsten Kriterien für die barrierefreie Abbildung von Texten
Schriftart/Typografie

Schriftart/Typografie

Nicht nur die allgemeine Ästhetik, sondern vor allem die Lesbarkeit einer Website und damit auch ihre ganzen Funktionalitäten.

Die Lesbarkeit eines Textes wird von verschiedenen Aspekten der Typografie beeinflusst:

  • Die Auswahl von Schriftart und -schnitt
  • Abstände zwischen Zeichen, Wörtern, Zeilen und Absätzen
  • Schriftfarbe und Hintergrundfarbe
  • Schriftgröße
Schriftfarbe, Kombinationen und Kontrast

Die visuelle Präsentation von Text und Bildern hat ein Kontrastverhältnis von mind. 7:1.

Die Wahl der Farbe für Text sollte immer den maximalen Kontrast zum Ziel haben.

Im Rahmen des R+V-Farbspektrums ist Dunkelblau die erste Wahl für Texte jeder Art — und sozusagen die „Nummer sicher“-Farbe für barrierefreie Farbkontraste sozusagen.

Schriftfarbe, Kombinationen und Kontrast

Kategorie 2: Abbildungen von Text

Kategorie 2: Abbildungen von Text

Abbildungen von Text sind mehr als die reine Pixeldarstellung eines Wortes. An Bilder erinnert man sich oft besser als an reinen Text. Eine Abbildung von Text kann also als visuelles Element verstanden werden, das Informationen veranschaulicht und so das Verständnis und die Behaltensleistung verbessert. Durch die Kombination von Text und Bildern können wichtige Informationen effektiv und einprägsam vermittelt werden.

Sobald eine Grafik also Text beinhaltet, sprechen wir in der Gestaltung meist von einer Art Infografik. Es müssen auch hier die hohen Anforderungen an die Kontraste für die bestmögliche Wahrnehmbarkeit und Unterscheidbarkeit umgesetzt werden. Ein passender Beschreibungstext für eine alternative Sprachausgabe ist dabei immer erforderlich und ersetzt die richtige Farb- und Größenwahl nicht.

Diese Seite bietet einen Überblick zum Thema „Abbildungen von Text“. Detailliertere Vorgaben zur Gestaltung finden sich in den entsprechenden Kapiteln: Infografiken  und Diagramme ​​

Beispiele für Abbildungen von Text
Beispiele für Abbildungen von Text
Die wichtigsten Key-Take aways

 

Niemals auf Alternativtext verzichten!

Egal wie achtsam und vermeintlich barrierefrei eine Grafik auch konzipiert und aufgebaut ist, ein alternativer Text als ergänzende Beschreibung darf nie fehlen.

Niemals auf Alternativtext verzichten!

 

Text auf Grafiken immer

  • fett (Bold oder Black),
  • mit maximalem Kontrast und
  • ausreichend groß abbilden.


Mehr Informationen im Kapitel Infografiken​

Text auf Grafiken

 

Für Diagramme nur kategorische Farben!

Diagramme müssen in den neuen kategorischen Farben erstellt und aufgebaut sein. Die Reihenfolge ist ebenfalls zu beachten.

Mehr Informationen im Kapitel Diagramme​

Für Diagramme nur kategorische Farben!

 

Das Motto: Keep it simple!

Infografiken und Diagramme müssen im Sinne der Barrierefreiheit so einfach wie möglich gedacht, konzipiert und umgesetzt werden. Das heißt:

  • Keine unnötige Komplexität
  • Keine Kleinteiligkeit
  • Keine Deko, kein Schnickschnack

 

Das Motto: Keep it simple!
für sich stehende Icons

Kategorie 3: für sich stehende Icons

Kategorie 3: für sich stehende Icons

Im R+V-Corporate Design unterscheiden wir zwischen 2 Arten von „Icons“. Die funktionalen und UI-spezifischen Icons (Systemicons) und die R+V Piktogramme:

Icons Übersicht

In erster Linie bezieht die Aussage zum Kontrast auf eben jene „für sich stehenden“ Icons. Das sind in erster Linie die Systemicons links. Sollte ein solches Icon ohne helfende Beschreibung auskommen müssen, muss es zwangsläufig die schärferen hight contrast Vorgaben erfüllen.

Die Regeln zum Einsatz von Systemicons werden im Rahmen des neuen digitalen Designsystems genauer erörtert. Weitere Infos dazu folgen im Kapitel UI-System.

Die R+V-Piktogramme rechts im Bild dürfen ohnehin nur dann „für sich“ stehen, wenn sie einen rein dekorativen Zweck erfüllen und nicht für die Erfassung des Inhalts relevant sind. Ansonsten sind sie immer mit einem beschreibenden Begriff bzw. Text zu versehen, siehe nachfolgende Praxisbeispiele.

Kacheln mit CTA

Kacheln mit CTA

Anzeigen, Banner oder Broschürentitel

Anzeigen, Banner oder Broschürentitel

Aufzählungen von Vorteilen oder anderen Merkmalen

Aufzählungen von Vorteilen oder anderen Merkmalen

Abschnittskennzeichnung und Ergänzung zum Titel

Abschnittskennzeichnung und Ergänzung zum Titel

Plakative Tabellengestaltung

Plakative Tabellengestaltung

Aufzählungen von Vorteilen oder anderen Merkmalen

Aufzählungen von Vorteilen oder anderen Merkmalen

PDF/UA

Es ist unerlässlich, dass Inhalte einem möglichst breiten Publikum zugänglich sind und den Standards und Vorschriften für Barrierefreiheit, z.B. WCAG 2.0, entsprechen.
Ein elektronisches Dokument gilt als barrierefrei, wenn es für Screenreader und andere unterstützende Geräte optimiert ist, die von Menschen mit Behinderungen verwendet werden.

Um diese Art der Barrierefreiheit zu erreichen, müssen alle Dokumentinhalte, basierend auf ihrer hierarchischen Struktur (Überschriften, Absätze, Listen, Tabellen usw.), getaggt und der gesamte Inhalt linear angeordnet werden. Eine weitere Anforderung an barrierefreie Dokumente ist, dass Inhalte ohne Text wie Grafiken und Bilder im Kontext identifiziert und mit einer Beschreibung des Dargestellten versehen sind.

10 erste Tipps zum Erstellen barrierefreier PDFs

 

Machen Sie Ihr Dokument auffindbar.

Geben Sie Ihrem Dokument einen eindeutigen und auf den Inhalt hinweisenden Titel und vergessen Sie die Angabe der verfassenden Person nicht. Auch der Dateiname sollte für sich selbst sprechen und aussagekräftig formuliert sein. Dies dient allen Nutzenden (und Suchmaschinen) dazu, das Dokument in den richtigen Kontext zu setzen.

Umsetzung in InDesign

Vergeben Sie einen Dokumenttitel und Stichwörter:
Datei > Dateiinformation > Einfach

TIPP 1: Metadaten

 

Strukturieren Sie Ihren Text und prüfen Sie die Bedeutung von Inhalten.

Überprüfen Sie jeden Textinhalt auf seine semantische Bedeutung und ordnen Sie die Inhalte gemäß ihrer Informationsarchitektur ein.
Strukturieren Sie Textabschnitte mit Hilfe von Überschriften, Listen und Absätzen. Dies erleichtert allen Nutzenden die Wahrnehmung der Inhalte.

QUICKTIPP

Laut PDF/UA-Definition müssen Überschriften in der richtigen Hierarchiebeene verwendet werden. Dabei dürfen keine Hierarchieebenen ausgelassen werden. Auf <H1> darf also beispielsweise keine <H3> folgen.

TIPP 2: Semantik

 

Nutzen Sie im Ausgangsdokument konsequent und konsistent Formatvorlagen.

Nutzen Sie schon im Ausgangsdokument die semantisch korrekten Formate. Diese können dann beim Dokumentenexport in die richtigen PDF-Tags umgewandelt werden.

Umsetzung in InDesign

In InDesign können die richtigen Strukturtags den eigenen Absatz- und Zeichenformatvorlagen über die Tagexportoptionen zugewiesen werden.
Im Flyout-Menü des Fensters „Absatzformate“ befindet sich der Befehl „Alle Exporttags bearbeiten“. Hier können alle Exporttags auf einmal festgelegt werden.

TIPP 3: Formatierungen

 

Schreiben Sie in der Sprache der Nutzenden.

Beachten Sie besonders bei Nicht-Fachanwendungen die Anforderungen der einfachen Sprache. Vermeiden Sie lange Sätze, unübersichtliche Satzstrukturen, unbekannte Fremdwörter, schwer verständliche Metaphern sowie Anspielungen.

Geben Sie die allgemeine Dokumentensprache an und kennzeichnen Sie fremdsprachige Abschnitte. Dies führt zur korrekten Aussprache durch Screenreader und Text-to-Speech-APIs.

Umsetzung in InDesign

InDesign können in den Formatvorlagen für die Absätze oder Zeichen die entsprechenden (Fremd-) Wörterbücher hinterlegt werden.
Beim Export kann in der Registerkarte „Erweitert“ die Dokumentensprache eingestellt werden.

TIPP 4: Sprachen

 

Bieten Sie alle Inhalte für mindestens zwei Sinne an.

Alle Bilder, Grafiken und Multimediainhalte, die Informationen übermitteln, sollten mit beschreibenden, inhaltlich äquivalenten Textalternativen versehen werden.

Achten Sie darauf, dass die Textalternative direkt das beschreibt, was auf dem Bild oder im Multimediainhalt zu sehen oder zu hören ist. So enthält eine Bildunterschrift beispielsweise oft interpretative Erläuterungen und eignet sich meist nicht als Alternativtext.

Umsetzung in InDesign

So setzen Sie Alternativtexte in InDesign bei gewähltem Objekt: 
Objekt > Objektexportoptionen > Alternativer Text > Benutzerdefiniert

TIPP 5: alternative Inhalte

 

Geben Sie Links „sprechende“ Namen.

Der Link-Text sollte den Zweck eines Links wenn möglich so benennen, dass er selbstbeschreibend ist.

Eine URL ist kein „sprechender“ Name für einen Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Dresden
Benutzen Sie stattdessen Formulierungen wie: **Informationen über Dresden bei Wikipedia**

Diese Empfehlung gilt auch für Verweise auf Dateien, Seiten oder Textanker.

Umsetzung in InDesign

Hier fügen Sie in InDesign einen Link ein: Fenster > Interaktiv > Hyperlinks

TIPP 6: Links

 

Nutzen Sie keine komplexen Tabellen oder Layouttabellen.

Blinde Nutzende benötigen für jede Datenzelle den Bezug zur Zeilen- oder Spaltenüberschrift, um sich ein Bild von der Datenstruktur machen zu können. Bei verschachtelten Tabellen oder Tabellen mit verbundenen Zellen kann dieser Bezug in InDesign nicht hergestellt werden.

Wird eine Tabelle ausschließlich zur Positionierung von Inhaltselementen genutzt (man spricht dann von sogenannten Layouttabellen), erhalten blinde Nutzende trotzdem über den Screenreader eine Ausgabe der Tabelleninformation.

Umsetzung in InDesign

Nutzen Sie die Tabellenformate und Zellenformate von InDesign, um Kopfzellen und Körperzellen eindeutig zu kennzeichnen. Sind komplexe Tabellen unumgänglich, muss man in Acrobat nacharbeiten oder passende Add-Ons für InDesign nutzen.

TIPP 7: Tabellen

 

Prüfen Sie die inhaltlich korrekte Wiedergabe aller Inhalte.

Nutzende sollten alle Inhalte in der semantisch sinnvollen Lesereihenfolge wahrnehmen können.

Bei komplexen Layouts mit Marginalspalte, Fußnoten, eingeschobenen Zitaten oder Infoboxen sind besondere Einstellungen in Bezug auf die Lesereihenfolge nötig.

Umsetzung in InDesign

In InDesign kann das Artikelbedienfeld genutzt werden, um die Lesereihenfolge zu definieren. Ein zweiter Weg sind die korrekte Verkettung von Textrahmen und die Verankerung von Objektrahmen.

TIPP 8: Lesereihenfolge

 

Die Grundlage einer guten barrierefreien PDF-Datei ist ein bereits im Quellprogramm gut strukturiertes Ausgangsdokument.

Fast alle Voraussetzungen für die Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten lassen sich im Quellprogramm von InDesign erledigen. 

**Denken Sie immer daran: Nacharbeiten in Acrobat sind aufwändig und nicht nachhaltig.**

Umsetzung in InDesign

Zum Beispiel die Kennzeichnung von Zeilenüberschriften in Tabellen und deren Beziehung zu Tabellendaten müssen in Acrobat nachbearbeitet werden. Spaltenüberschriften aus InDesign werden jedoch automatisch erkannt.

TIPP 9: PDF-(Nach-)Bearbeitung

 

Testen Sie Ihre PDFs auf Konformität.

PDF/UA als Subdefinition des PDF-Standards enthält Regeln, die teils automatisiert, teils manuell geprüft werden können. 

QUICKTIPP

Acrobat Pro bietet zwei Möglichkeiten der automatischen Prüfung an: das Werkzeug „Barrierefreiheit“ mit integrierter Prüfmöglichkeit und einen Preflight gemäß den Regeln des PDF/UA-Standards.
Vergessen Sie nie, auch eine manuelle Prüfung durchzuführen.

TIPP 10: PDF/UA-Prüfung

FAQ - Barrierefreiheit

Hier werden alle Fragen, Antworten und allgemeine Informationen zum Thema Barrierefreiheit gesammelt und vorübergehend bereitgestellt.

Viele Fragen sind noch in Klärung. Wir bemühen uns jedoch stets, aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen und natürlich bestmöglich zu unterstützen.

 

Aktuell werden zum Testen der Auslesbarkeit die Screenreader der Browser genutzt

 

R+V-intern bleibt als Prüftool Eyeable weiterhin verfügbar. Da Eyeable jedoch nur einen Teil der Anforderungen abdeckt, sollte die externe Agentur mit eigener Software unterstützen. Als Grundlage dienen die WCAG-Prüfkriterien.

R+V-interne Checklisten werden derzeit gesammelt und für die Veröffentlichung hier geprüft.

 

 

Farben und Zustände

 

Abstände, Aufbau, Radien

 

 

 

Zum Abgleich der externen Tasks rund um das Thema BFSG-Konformität teilen wir hier unsere internen Checklisten und Erfolgskriterien:

 Checkliste_BFSG_komplett.pdf (9.91 MB)

Checkliste_BFSG_UX.pdf (11.0 MB)

 Checkliste_BFSG_Entwicklung.pdf (354 KB)

 

 

Generell gibt es die Möglichkeit, dass Screenreader Sternchen/Fußnoten vorlesen können.

Allerdings: Für Fußnoten, wie sie z.B. InDesign baut, gibt es soweit uns bekannt keinen Weg, dass sie „korrekt“ mit der Acrobat-Vorlesefunktion ausgeben werden. Acrobat ist als Screenreader sowieso nicht geeignet, da er keine echte Assistive Technologie (AT) hat, die den Grundanforderungen der Verarbeitung von Tags genügt. Zum Testen sollte man generell lieber echte Screenreader verwenden. Damit sollte auch das Vorlesen von Sternchen/Fußnoten klappen, wenn sie in der Datei technisch richtig implementiert sind. Leider gibt es keine offizielle Liste, was „erlaubte“ ATs sind. Für macOS gibt es für PDF leider keinen echten Screenreader – VoiceOver scheitert bis heute an PDFs.